Stressoren - Was Dich stresst, stresst mich nicht

Was dich stresst, stresst mich nicht

 

Als Stressoren bezeichnen wir alle inneren und äußeren Reize, die bei uns Stress auslösen und uns zu einer Reaktion darauf zwingen.

Ob dies nun ein Stau ist, die offene Zahnpastatube, benutztes Geschirr auf der Anrichte, Kollegen, die immer alles auf den letzten Drücker erledigen, die Schwiegermutter die sich in alles ungefragt einmischt, die Verspätung der öffentlichen Verkehrsmittel oder das nagende Gefühl in uns, z.B. unsere Arbeit nicht gut oder schnell genug zu erledigen – Stressoren und unsere Reaktion darauf sind so individuell, wie wir selbst.

Was bei jedem Einzelnen von uns Stress auslöst ist völlig unterschiedlich und kann oft von Außenstehenden nicht recht nachempfunden werden. Denn was den einen stresst, lässt den anderen völlig gelassen.

Deswegen mag ich Pauschal-Aussagen wie „reduzieren Sie Stress“ überhaupt nicht.

Denn:

Um etwas gegen den Stress zu unternehmen, sollten wir doch zunächst einmal wissen, WAS uns eigentlich stresst.

Ich höre nicht selten den Satz „ach, ich habe so einen Stress in der Arbeit, das ist furchtbar, ich könnte durchdrehen, ich komm gar nicht mehr runter!“ Klar ist, hier fühlt sich jemand massiv gestresst. Nicht so klar ist im Moment, was genau den Stress auslöst, damit wir auch etwas dagegen tun können.

Wie sieht denn das Arbeitsumfeld aus? Muss ich z.B. pendeln?

Sitze ich im Großraumbüro? Einzelbüro?

Sitzt vielleicht der Chef mit im Zimmer?

Herrscht Parteiverkehr?

Ist die Stelle mit einer Person ausreichend besetzt oder macht hier einer den Job von zwei oder drei Leuten?

Macht mir meine Tätigkeit Freude?

Erfüllt mich mein Tun?

Arbeite ich gerne in meinem ausgeübten Beruf?

Arbeite ich gerne in meiner ausgeübten Tätigkeit?

Gibt es Gleitzeit oder starre Arbeitszeiten? Schichtdienst?

Trage ich zu viel Verantwortung? Oder zu wenig?

Gibt es eine klare Pausenregelung oder läuft es eher so larifari „wenn ich Zeit hab, dann hol ich mir schnell ein Sandwich zwischendurch“?

Muss ich viele Überstunden machen und wenn ja, wie werden diese vergütet: finanziell oder in Freizeitausgleich? Kann ich mir das aussuchen oder ist das vorgegeben?

Ist mein Arbeitsplatz für mich angenehm? Habe ich evtl. Gestaltungsmöglichkeiten oder nicht?

Kann ich Ideen und Vorschläge einbringen? Oder finden Anregungen kein Gehör?

Gibt es häufige Veränderungen?

Ist es besonders laut oder stickig oder zugig oder zu kalt oder zu warm?

Und ein ganz wichtiger, häufig völlig unterschätzter Aspekt ist das Geld: werde ich angemessen bezahlt für meine Arbeit? Gibt es Boni oder Gratifikationen oder Provisionen?

Urlaubsgeld? Weihnachtsgeld?

Diese Liste ließe sich vermutlich noch endlos weiterführen. Ich denke, es ist klar, dass bestimmte Faktoren an unserem Arbeitsplatz eine große Rolle bei unserem Stressempfinden spielen. Ob wir in oder von der Arbeit gestresst sind, lässt sich allerdings ganz gut herausfinden. Und wenn wir wissen, was unsere Stressoren sind, können wir auch dagegen vorgehen.

Wenn Sie also z.B. in einem Großraumbüro sitzen und sich wegen dem Lärmpegel schlecht konzentrieren können oder Ihr Platz dort für sie sehr unangenehm ist, weil Sie z.B. mit dem Rücken zum Gang sitzen und dauernd jemand hinter Ihnen vorbeiläuft, dann stresst das. Vielleicht besteht die Möglichkeit, den Platz mit jemand anderem zu tauschen, den es nicht stört, wenn hinter ihm Leute vorbeilaufen. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, einen Platz am Rand zu bekommen, damit Sie nicht mittendrin im Lärmgeschehen sitzen.

Die wischi-waschi-Pausen stressen Sie? Sie möchten lieber zu einer geregelten Zeit Ihre Pause nehmen? Sprechen Sie ihre Kollegen an. Prüfen Sie gemeinsam, ob es ein Zeitfenster gibt, mit dem sich jeder wohl fühlt und treffen Sie entsprechende Absprachen. Gehen Sie Kompromisse ein. Einer geht vielleicht gerne schon um 12h in die Mittagspause, Sie aber vielleicht lieber um 13h.  

 

Scheuen Sie sich bitte nicht, Dinge anzusprechen, die Ihnen in der Arbeit Stress bereiten. Wenn niemand weiß, was Sie stresst, kann auch nichts dagegen unternommen werden.

 

Und natürlich können wir nicht alles ändern und leider auch nicht immer von heute auf morgen.

Es gibt Situationen, deren Veränderung einfach nicht in unserer Macht liegt. Wir haben dennoch die Wahl: akzeptieren Sie die Situation und ziehen Sie für sich das Beste raus. Wenn Sie nichts Positives für sich in der Situation finden, dann verändern Sie sie. Und wenn Sie es nicht ändern können -  dann lassen Sie los.

Denn kein Job der Welt ist es wert, sich kaputt zu arbeiten und krank zu werden. Und Stress macht auf Dauer krank.

Herzlichst,

Ihre Sabine Fröschl

Veröffentlicht von Soulbalance am 28 Jan 2020 • Kommentare:0  • Aufrufe: 127

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