Neues Jahr - Neues Glück? Oder Die Sache mit den Vorsätzen...

 

Weihnachten ist vorüber und das Jahr neigt sich dem Ende zu. Die einen kommen schon beim Gedanken an Silvester in Partylaune und freuen sich aufs Feiern und schmieden Pläne fürs kommende Jahr – die anderen wünschen sich eher einen ruhigen, gemütlichen Jahresausklang ohne viel Tamtam und möchten alles eher auf sich zukommen lassen.

Egal, zu welcher Fraktion du gehörst – das Neue Jahr steht vor der Tür und bringt – wie jedes neue Jahr – bestimmte Veränderungen mit sich. Manches betrifft uns mehr, anderes weniger.

Für Viele von uns ist der Jahreswechsel jedoch ein wichtiger Schritt in etwas Neues. Und für so manchen stellt sich tatsächlich die Frage „Neues Jahr – Neues Glück?“.

 

Eng verbunden mit dem Jahreswechsel sind die Vorsätze fürs neue Jahr. Für viele Menschen sind diese Vorsätze, mit denen sie ins neue Jahr starten, sehr wichtig. Es bricht eine neue Zeit an, wir haben das Gefühl, in manchen Bereichen neu zu beginnen, ein Stück Veränderung herbeiführen zu können.

Gerade wenn das aktuelle, scheidende Jahr nicht so gut für uns lief, setzen wir große Hoffnungen in das Neue. Alles soll besser werden. Wir achten jetzt auf unsere Gesundheit, unsere Ernährung, gehen regelmäßig zum Sport, fangen ein neues Hobby an, lernen ein Instrument, übernehmen ein Ehrenamt und engagieren uns endlich mal in einem sozialen Bereich.

Dazu finden wir im neuen Jahr noch den Partner fürs Leben, gründen eine Familie, bauen ein Haus und machen endlich diese Weltreise von der wir schon so lange träumen! Und all das wird so großartig und wundervoll und aufregend – und sehr wahrscheinlich scheitern… denn wie so oft im Leben neigen wir Menschen dazu zu viel zu schnell auf einmal zu wollen.

Damit setzen wir uns ganz unweigerlich unter immensen Druck. Ja, wir selbst. Dazu brauchen wir nicht mal jemanden, der von außen Druck ausübt. Das schaffen wir ganz allein! Auch bei Vorsätzen gilt: Qualität statt Quantität.  Jetzt werden einige vielleicht denken: ja aber ich will das doch! Und ich will das doch schon so lange! Und überhaupt!!! – Das mag gut sein. Natürlich gibt es eine ganze Menge Dinge, die du schon lange möchtest, die du dir wünschst und die du endlich auch in Angriff nehmen willst. Jedoch ist es bei den Vorsätzen ähnlich wie mit den vielen Köchen, die den Brei verderben: zu viele und undurchdachte Vorsätze verhindern den Erfolg.

 

Lasst uns prinzipiell festhalten: Vorsätze sind definitiv nichts Schlechtes und können uns einem Ziel in unserem Leben näherbringen. Aber bitte, lasst uns auf dem Teppich bleiben. Zu viele und utopische Vorsätze, die eventuell sogar aus einer Laune heraus getroffen werden, sind zum Scheitern verurteilt und führen unweigerlich zur Frustration.

 

Was meine ich damit?

 

Zunächst stelle ich meinen Klienten eine Frage immer sehr gerne, wenn es um neue Vorsätze geht: ist das wirklich etwas, dass DU willst? Du möchtest plötzlich 3x wöchentlich ins Fitnessstudio. Weil es gut ist für dich und gesund. Das ist unstrittig, moderater Sport und Bewegung sind etwas Gutes und tragen nachweislich der Gesunderhaltung bei. Wenn du nun aber überhaupt kein Sportbegeisterter Mensch bist, ist das wirklich etwas, das du möchtest? Selbstverständlich kannst und darfst du eine Leidenschaft für Sport entwickeln - es kann und ist leider in manchen Fällen jedoch so, dass bestimmte Vorsätze von außen entwickelt werden. Frage dich deshalb bitte ganz offen: was möchte ICH denn wirklich? Was sind meine Bedürfnisse? Woran möchte ich wirklich an mir arbeiten? Was interessiert mich? Ich denke, es ist klar worum es mir geht: um DICH, deine Bedürfnisse und damit dein Wohlergehen.

Für das Gelingen von Vorsätzen müssen diese auch umsetzbar sein. Das bedeutet, zu viel auf einmal wird dich eher überfordern und stressen, statt dich zu motivieren. Nur wenn deine Vorsätze, deine Ziele erreichbar sind, wirst du motiviert und voller Energie daran arbeiten können, am Ball bleiben und damit mehr Energie für dich herausziehen und dein Ziel auch erreichen. Selbst wenn du jetzt sofort hoch motiviert startest und dich an die Umsetzung deiner 10 neuen Vorsätze machst, wirst du sie alle, Stück für Stück fallen lassen. Einfach, weil es zu viel ist. Vielleicht hast du momentan Urlaub und dadurch mehr Zeit, dich deinen Vorsätzen zu widmen – nur irgendwann ist dieser Urlaub sehr wahrscheinlich vorüber. Dann erwartet dich der Alltag mit seinen Terminen, Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten, die allesamt keine Rücksicht auf deine neuen Vorsätze nehmen. Und so wird ein Vorsatz nach dem anderen langsam verschwinden. Manchen ist das total egal. Andere wiederum belastet das, es frustriert sie. Es löst in ihnen Stress aus, sie fühlen sich unfähig etwas durchzuziehen. Dieses vermeintliche Versagen stresst sie. Dabei liegt das Scheitern hier nicht im Unvermögen des einzelnen, sondern in der Menge dessen, was sie sich aufgeladen haben.

Deshalb: fragt euch, was ihr wirklich wollt und seid ehrlich zu euch selbst. Überladet euch nicht mit Vorsätzen und steckt euch keine utopischen Ziele fürs neue Jahr. Wenn ihr einen Vorsatz fürs neue Jahr habt, dann überlegt euch klar wie ihr diesen step-by-step umsetzen könnt. Nur dann erhaltet ihr euch die nötige Motivation, um euer Ziel zu erreichen. Lasst euch Zeit und seid in der Umsetzung nicht zu verbissen – das führt nur zu Stress und demotiviert. Kleine Rückschläge gehören übrigens zum Gelingen dazu. Sieh diese doch mal als kleine Verschnaufpausen auf dem Weg zum Gipfel. Der muss übrigens auch kein 8000ender sein…

Bleibt bei euch und euren Bedürfnissen, tut, was euch guttut, seid achtsam. Im Übrigen kann man auch super ohne neue Vorsätze ins kommende Jahr starten – manchmal eröffnen sich gerade dann neue Wege und Ziele – weil wir so gar nicht mit ihnen rechnen…

 

 

 

Herzlichst,

Ihre Sabine Fröschl

Veröffentlicht von Soulbalance am 29 Dec 2019 • Kommentare:0  • Aufrufe: 88

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